29
Mai
2011

C-Dur

Einsatz banaler Fingerübungen im Kampf gegen die Schreibblockade. Musiker üben die Tonleiter. Der Autor quält sich mit dem Schaffen von neuem Nichts. Lieber liest er. Wenn er noch kann. Oder er geht in die Bibliothek. Wenigstens umgeben sein von bedrucktem Papier und einsinken in das Gefühl der heimeligen Bedeutungslosigkeit. Ins Angesicht geschrieben steht ihm nur der fahle Wunsch nach Unsichtbarkeit. Und doch ist doch alles andere das, wonach er sich sehnt. Das Genie bleibt im Keller des Archivs und sortiert die vergilbten Seiten eines ungeschriebenen Buches und sollte es sich zu regen wagen poltert das Ego und schlägt ihm mit dem Rohrstock auf die Fingerchen. Einmal. Zweimal. Und weil es so schön war. Dreimal. Der Schmerz ist klar umrissen, heiß und spitz und zieht für einige Sekunden über die Ohren unter die Mitte der Schädeldecke.

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